Mit dem Beginn des neuen Schuljahres 2011/2012 starteten auch die Jubiläumsfeierlichkeiten. Eine spezielle Jubiläumsfahne wurde auf dem Zentral 1 gehisst. Tatsächlich ein Grund zum Feiern, obwohl die Geschichte des Megger Schulwesens schon über 200 Jahre alt ist.
Es war im Jahr 1799, als 25 Kinder im Eiholz die „Schulbank drückten“, drei Jahre später fast alle der 79 „schulpflichtigen“ Megger Kinder. Von diesen waren gemäss Rapport „29 arme Kinder, 21 reiche Kinder, 21 mittelmässigen Vermögens und 9 verdingte Kinder.“
Meggen war fortschrittlich. Vor der Schulreform der Helvetik (1798 – 1803), als die Gemeinden zum Führen eines obligatorischen Schulunterrichts gezwungen wurden, erteilte in Meggen um 1700 ein Magister und Kantor im Winter jeweils Unterricht in Lesen und Schreiben. Auch der Kaplan der Kapelle erteilte 1785 gelegentlich Unterricht.
1806 wurde das erste Schulhaus beim heutigen Mühleweiher gebaut. Im Winter 1828/29 wurde die erste Sekundar- oder Bezirkschule eröffnet, was damals eine Seltenheit war. Denn kaum eine Gemeinde hatte ausser Meggen, Hitzkirch, Reiden und Sursee ein solches Angebot. Weil der Platz im Schulhaus zu knapp war, war die Sekundarschule in einer Stube des Eiholz einquartiert. (Lustenberger, Hans. Megger Grund & Boden. Meggen 2008)

Das erste offizielle Schulhaus in Meggen am Mühleweiher

Vermutlicher Standort des ersten Schulhauses.
Auch wenn es mancher Schüler und Schülerin nicht zu Mute ist, die Lese- und Schreibfähigkeit ist das Rüstzeug für das Leben. Zur Zeit der Reformation (16. Jh., Martin Luther, Huldrych Zwingli und Johannes Calvin & Co.) strebte man in den unteren Schulen die Alphabetisierung an, damit die Bibel bzw. im katholischen Gebiet der Katechismus gelesen und auswendig gelernt werden konnte. Es folgten die ersten Schulobligatorien in der Schweiz, dies v.a. in den Städten und grösseren Ortschaften. Auf dem Lande, in den weit verzweigten Einzelhofsiedlungen, ging es länger. Generell konnte man besser lesen als schreiben. Die Pisa-Studien gab es noch nicht.
Jean-Jaques Rousseau und Johann Heinrich Pestalozzi entwickelten in der zweiten Hälfte des 18. Jh. pädagogische Reformen. Die Schule habe, so lauteten die Forderungen, echte Religiosität zu fördern, gute Staatsbürger zu formen, die Unterrichtsmethoden der Jugend anzupassen und den Lehrstoff auf das praktische Leben auszurichten. Der Einzelunterricht und das mechanische Auswendiglernen wurden durch die Einführung von Klassen und neuen Lehrmethoden wie den Frontalunterricht abgelöst. Die Pisa-Studien gab es immer noch nicht.
Während der kurzen Zeit der Helvetik (1798 – 1803), war die Schweiz bestrebt, die Organisation der Schulen zu zentralisieren. Diese waren von kurzer Dauer. Nach der Auflösung des helvetischen Einheitsstaats gestalteten die Kantone während der Mediation und Restauration (1803-1830) ihr Schulwesen wieder eigenständig, was die interkantonalen Differenzen vertiefte (Pisa lässt grüssen).
Während der Regeneration (1830-1848) erhielt das Schulwesen beträchtliche Reformanstösse. Volksbildung sei Volksbefreiung, mit dem Ziel, möglichst alle Kinder zu bilden. Neben den Primarschulen wurden auch auf dem Lande Sekundar- bzw. Bezirkschulen gegründet. Der Druck auf die Eltern, ihre Kinder zur Schule zu schicken und diese nicht für Arbeiten zu Hause einzusetzen, wurde verstärkt. Den wirksamsten Hebel zur Verbesserung des Schulwesens erkannte man in der Lehrerbildung, was zur Gründung weiterer kantonalen Lehrerseminarien führte.
Mit der ersten Bundesverfassung 1848 und v.a. mit der 1874 revidierten Bundesverfassung setzte sich das Obligatorium des Primarunterrichts durch.
1850 wurde das heute noch bestehende Alt-Schulhaus gebaut. 1912 entwarfen die Architekten Gebr. Pfister aus Zürich das Zentralschulhaus 1.

Im Vordergrund das Alt-Schulhaus von 1850, im Hintergrund das Zentralschulhaus.
Luftbild: Paul de Groot, 2011.

Zentralschulhaus 1 um 1915

Luftbild des Zentralschulhaus 1 inmitten der für diese Zeit typischen Obstbaumgärten.
Luftbild: um 1935.

Luftbild: Martin Lötscher, 2011.

Luftbild: Martin Lötscher, 2011
In den sechziger Jahren stieg die Zahl der Schüler. Klassen mit über 50 Schülern waren keine Seltenheit. Ein weiteres Schulhaus kündigte sich an. Architekt Ribary machte sich an die Arbeit und plante das Hofmatt 1. 1964 startete der Schulbetrieb noch während des Baustellenbetriebes. Es vergingen nicht 10 Jahre, musste das Hofmatt ausgebaut werden.

Hofmattgebiet 1970.

Hofmatt-Schulhäuser. Foto: Martin Lötscher, 2011
1986 wurde für die Primarschule das Zentral 2 gebaut. Die Architekten Lüscher, Lauber und Gmür entwarfen einen halbrunden Bau. Es entstand eine interessante „Dachlandschaft“.

Luftbild: Martin Lötscher, 2009
Mit dem Bau der Dreifachturnhalle und dem Umbau der bestehenden Turnhalle wurden die Hofmatt-Schulhäuser 2005 nochmals erweitert.

Luftbild: Martin Lötscher, 2010

Luftbild: Martin Lötscher, 2010
Sind wir gespannt, wie es weitergeht!